Der Resistenz von Bakterien kann entgegengewirkt werden

von Lena Myrenius


Die Problematik multiresistenter Bakterien wird seit Jahren in immer größerem Ausmaß in den Medien diskutiert. Nicht nur Menschen, sondern auch Haustiere sind davon betroffen. Antibiotikaresistente Bakterien können zwischen Tier und Mensch übertragen werden und die Behandlung von Tieren hat damit auch Einfluss auf die Gesundheit des Menschen. Einer Resistenz kann entgegengewirkt werden, indem Infektionen vorgebeugt und die Antibiotikaanwendung verringert werden. Der schwedische Tierärzteverband (Sveriges Veterinärmedicinska Sällskap) hat kürzlich revidierte ”Antibiotika-Richtlinien für die Behandlung von Hunden und Katzen” herausgegeben. Entsprechende Richtlinien gibt es auch in anderen europäischen Ländern.

Dieses Dokument gibt – ausgehend von den Voraussetzungen in Schweden – nützliche Hinweise für verschiedene Behandlungsalternativen bei unterschiedlichen Krankheitsbildern. Oftmals sollte mit einer Antibiotikabehandlung abgewartet werden oder eine intensivere Wundbehandlung eingesetzt werden. Eine Antibiotikabehandlung ”sicherheitshalber” zur Vorbeugung oder ohne Diagnose einzusetzen, ist völlig inakzeptabel. Dasselbe gilt für eine lebenslange Antibiotikabehandlung.

 

Durchgehender Schutz vor Ansteckung

Um die Risiken für eine bakterielle Infektion, beispielsweise während eines chirurgischen Eingriffs, zu minimieren, muss der Schutz während des gesamten Verlaufs optimiert werden. Zu den Vorbereitungen gehört, dass der Besitzer das Tier am Abend vor einem geplanten chirurgischen Eingriff mit Chlorhexidinshampoo wäscht, um die Anzahl der Hautbakterien zu reduzieren. Während der Operation müssen strenge Hygienevorschriften eingehalten und beste Chirurgietechnik verwendet werden. Danach sollte die Wunde durch einen Verband geschützt werden. Bis die Fäden gezogen sind, sollte ein Kragen getragen werden.

 

Resistenztests immer wichtiger

Bei den einzelnen Krankheitsbildern gilt es, verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Welche Antibiotika sind zum Beispiel am wirkungsvollsten in einem spezifischen Organ, wie Lunge, Darm oder Haut? Um die richtige Antibiotikawahl sicherzustellen, empfiehlt sich in den meisten Fällen eine Laboruntersuchung mittels Bakterienkultur und Resistenztest. Wenn der Tierarzt die Infektion als so schwer einschätzt, dass ein Laborergebnis nicht abgewartet werden kann, erfolgt die Behandlung zunächst auf Basis klinischer Erfahrungswerte.

 

Kragen als wirksamer Schutz

Eine häufig vorkommende Komplikation nach chirurgischen Eingriffen bei Hund und Katze ist die Selbsttraumatisierung, d. h. dass das Tier die Wunde und den rasierten Operationsbereich leckt und kratzt. Die Anwendung eines ausreichend großen Kragens ist deshalb äußerst wichtig. Ein Verband hält schlecht, da das Tier eine gröbere Haut und mehr Haarsäcke als der Mensch hat. Ein Verbandschlauch eignet sich gut als Schutz bei Spaziergängen bei Nässe und Schnee. Wenn der Hund die Wunde mit den Hinterpfoten erreichen kann, empfiehlt sich die Anwendung eines Verbandschlauchs oder einer Pfotenbandage als Schutz, sodass der Hund nicht die Nähte aufreißen oder neue Wunden kratzen kann. 

Als Tierbesitzer sollten Sie folgende Hinweise berücksichtigen:

  • Die Antibiotikamengen müssen verringert werden und wir alle sind dafür verantwortlich.
  • Antibiotikareste früherer Behandlungen dürfen nicht verwendet werden, während beispielsweise auf den Tierarzttermin gewartet wird. Vor jeder Behandlung müssen eine Untersuchung durch den Tierarzt und eine eventuelle Probenuntersuchung erfolgen.  
  • Am Abend vor chirurgischen Eingriffen muss das Tier mit Chlorhexidinshampoo gebadet werden.
  • Schutz der Wunde mit Kragen, Pfotenschutz, Verbandschlauch und evtl. Wundverband.

Praktische Tipps:

Unsere Vierbeiner sind außerdem sehr beweglich und erfinderisch. Der Kragen muss deshalb relativ fest um den Hals gespannt werden und gegebenenfalls auch an einer Leine befestigt werden, wenn sich der Patient den Kragen in einem unbeaufsichtigten Augenblick abnimmt.
Die harte Kunststoffkante kann mit weichem Material abgepolstert werden. Beispielweise kann Küchenpapier mit weichem Klebeband aufgeklebt werden. Die beklebte Kante muss regelmäßig ausgewechselt werden, wenn sie schmutzig und feucht wird.