Die Pfoten des Hundes
Artikel von Anette Johansson
Die Pfote des Hundes hat einen komplizierten Aufbau und besteht aus zahlreichen kleinen Knochen und Ligamenten. Zur Vorderpfote gehören 32 Knochen, 85 Ligamente, 25 Muskeln und 48 Gelenkflächen.
Es ist äußerst wichtig, dass die Pfoten regelmäßig untersucht werden. Beginnen Sie dabei mit den Krallen und kontrollieren Sie diese auf Risse, Brüche oder ungleichmäßige Abnutzung. Halten Sie die Krallen kurz. Zu lange Krallen können zu einer Fehlbelastung der Pfote führen. Die richtige Länge erkennen Sie daran, dass die Krallen ein wenig über dem Boden enden, wenn der Hund auf einem ebenen Untergrund steht.
Wenn die Verletzung frisch ist und nicht zu hoch bis an den Krallenfalz reicht, kann ein Bruch geheilt werden. Schneiden Sie die Kralle, umwickeln Sie sie mit Angelschnur und kleben diese dann mit Sekundenkleber fest. Sie können auch leere Drageehüllen oder spezielle Krallenprothesen zum Festkleben benutzen. Sollte die Kralle bis zum Krallenbett gebrochen sein, muss sie vom Tierarzt entfernt werden.
Verletzungen im Krallenfalz können leicht übersehen werden, insbesondere bei langhaarigen Hunden. Hartgefrorener Schnee verursacht oft Irritationen im Krallenbett; mit Entzündungen, Schwellungen, Wunden und Hinken zur Folge. Der Krallenfalz kann infiziert werden und von wässernden, eitrigen Veränderungen betroffen sein. Eine allgemeine Antibiotikabehandlung kann in diesem Falle erforderlich sein.
Ballen
Untersuchen Sie die Ballen regelmäßig auf Risse, Schnitt- und Schürfwunden, sowie Abnutzung und Ablösen der Ballenhaut.
Schnittwunden haben einen langen Heilungsprozess. Schmieren Sie die Ballen ein und benutzen Sie an den verletzten Pfoten Schuhe. Risse an den Ballen kommen häufiger bei Hunden vor, die sich viel drinnen aufhalten. Die Risse können sich über den gesamten Ballen erstrecken oder nur direkt hinter der Kralle auftreten. Schmieren Sie die Ballen oft ein. Noch besser ist es, wenn sich der Hund häufiger im Freien aufhalten kann. Auch bei abgenutzten Ballen helfen häufiges Einschmieren und das Tragen von Schuhen. Wenn der Hund auf vereisten Flächen mit harten Schneekristallen läuft oder sich viel im Wasser aufhält, kann es zu Schürfwunden oder Ablösen der Ballenhaut kommen. Auf größere Schäden können Sie ein Stück Moleskin kleben. Dieses darf jedoch nur die betroffene Stelle abdecken, da es sonst mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Der Hund sollte auch hier Schuhe tragen.
Tiefe Schnittwunden müssen genäht werden, das heißt für mindestens 10 Tage ist eine ”Krankschreibung” erforderlich. Ein genähter Ballen muss in einer Pfotenbandage gehalten werden, damit die Wunde nicht belastet wird.
Zwischenzehenhaut
Untersuchen Sie die Haut zwischen den Ballen sehr genau. Hier kommt es oft zu Rötungen, Schwellungen und Rissbildungen. Zur Vorbeugung und Heilung sind eine Vielzahl von Salben erhältlich
Pfotenödem
Geschwollene Pfoten (Pfotenödem) können z.B. bei Schlittenhunden auftreten, die Langstreckenrennen mit Tausenden von Schritten absolvieren. Dabei schwellen die Pfoten so stark an, dass die Zehen abspreizen. Die Haut ist stark gerötet und scheint fast aufzuplatzen. Ohne Behandlung kann der Verlauf tödlich sein.
Tierärztin ANETTE JOHANSSON ist eine Schlittenhundführerin, Gebietstierärztin und arbeitet in der Gemeinde Kiruna.