Die alternde Katze
von Lisbeth Karlsson
Beim Alterungsprozess der Katze kommt es - genauso wie beim Menschen - zu einer Reihe von physiologischen Veränderungen. Sehkraft und Gehör lassen nach und die Fellqualität verschlechtert sich. Die Funktion von Verdauungsorganen, Nieren, Kreislauf und Immunsystem verändern sich.
Als Teil ihrer Ausbildung zur Tierpflegerin führte Helene Dahlvid (2009) eine Umfrage darüber durch, wie häufig Tierkliniken älteren Katzen (>12 Jahre) einen Gesundheitscheck anbieten.
Folgende Erkrankungen erwiesen sich dabei als die in Schweden am häufigsten bei Katzen auftretenden:
- Niereninsuffizienz
- Probleme im Mundraum
- Endokrinologische Probleme (hormonelle Störungen)
- Diabetes
- Harnprobleme
- Verhaltensveränderungen
- Übergewicht
- Gelenkbeschwerden
- Herzprobleme
- Probleme mit Sehkraft/Gehör
Alte Katzen leiden außerdem häufig an Arthrose. Kontrolluntersuchungen für ältere Katzen werden von vielen Tierkliniken angeboten. Inhalt der Kontrolle ist meist eine klinische Untersuchung, eine Blutprobe sowie Ernährungsberatung. Einige Tierkliniken kontrollieren auch Urin und Blutdruck.
Nieren
Die chronische Nierenschwäche oder Niereninsuffizienz tritt häufiger bei älteren als bei jungen Katzen auf. Ursache sind oft Erkrankungen der Nieren, wie beispielsweise Entzündungen (Nephritis) in verschiedenen Nierenbereichen.
Ältere Katzen können auch Nieren- und Blasensteine bekommen. Bei den Steinen handelt es sich meist um Kalziumoxalat sowie um Struvit und Kalziumphosphat.
Mund und Zähne
Wenn die Katze Schwierigkeiten beim Fressen oder Mundgeruch hat, kann es sich um Zahnprobleme handeln. Beläge und Zahnstein müssen regelmäßig entfernt werden, ansonsten kann die Katze von Zahnfleischentzündung oder Zahnausfall betroffen werden. Schlimmstenfalls können sich die Bakterien aus dem Mundraum über den Blutkreislauf im Körper verteilen und zu Erkrankung von Herz, Leber und Nieren führen.
FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen) ist eine häufige Zahnerkrankung bei Katzen.
Gelenke
Die Arthrose, eine durch Verschlechterung des Knorpelgewebes hervorgerufene schmerzhafte Erkrankung, tritt häufiger bei Katzen auf als bisher angenommen. Aufgrund der Schmerzen bewegt sich die Katze immer weniger und die Muskeln rund um die Gelenke bilden sich mit der Zeit zurück. Katzen humpeln selten und lassen sich nicht so leicht untersuchen. Deshalb wird das Problem häufig übersehen. Ein verändertes Bewegungsmuster, z.B. dass die Katze nicht mehr springen will, können auf Gelenkprobleme deuten. Anhand einer Röntgenuntersuchung kann Arthrose diagnostiziert werden.
Gehör und Sehkraft
Auch Gehör und Sehraft verschlechtern sich mit zunehmendem Alter. Netzhautveränderungen gehören zu den häufigsten Problemen. Ursache können Bluthochdruck, Niereninsuffizienz oder eine Schilddrüsenüberfunktion sein. Probleme mit dem Gehör können durch Ohrenentzündungen hervorgerufen werden.
Gewicht
Übergewicht gehört zu den Risikofaktoren für eine Vielzahl von Krankheiten. Mit zunehmendem Alter erhöht sich dieses Risiko noch weiter. Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit, ist dafür ein typisches Beispiel. Von dieser Krankheit sind meistens kastrierte Kater betroffen, die Mehrheit davon ist über 7 Jahre alt.