Epilepsie bei Hund und Katze

Referat geschrieben von Lena Myrenius


Epilepsie ist eine relativ häufige Diagnose bei Hund und Katze. Epileptische Krampfanfälle sind ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen. Epilepsie ist keine einheitliche Krankheit und wirkt sich unterschiedlich aus. Ein epileptischer Anfall wird immer vom Gehirn ausgelöst.

Symptome

Generalisierte Anfälle sind am einfachsten zu erkennen, da die Gehirnzellen über das gesamte Gehirn gleichzeitig aktiviert werden. Das Tier fällt um, reagiert nicht auf Ansprechen und es treten Speichelfluss und Muskelkrämpfe mit rhythmischen Bewegungen der Gliedmaßen auf. Oft wird während des Anfalls, der selten länger als zwei Minuten dauert, auch Urin oder Kot ausgeschieden. Nach dem Anfall ist das Tier wieder ansprechbar, kann jedoch sehr müde und wackelig auf den Beinen sein.
Partielle Anfälle sind schwerer zu erkennen. Dabei werden nur die Gehirnzellen in einem kleineren Teil des Gehirns aktiviert.  Die krampfartigen Zuckungen treten dann in dem Körperteil auf, den die betroffenen Gehirnzellen normalerweise steuern, wie z.B. die in den Vorderbeinen oder es werden die Geruchszellen in der Nase betroffen, sodass das Tier intensiv zu schnüffeln beginnt.
Die Anfälle treten oft in Ruhephasen auf; der Ruhe gingen jedoch Aktivität und Stress voraus. Der epileptische Anfall kommt also dann vor, wenn sich das Tier nach einer Aktivität beruhigt hat.

 

Behandlung


Vereinzelte epileptische Anfälle, die nur wenige Minuten andauern, sind selten mit bestehenden Schäden verbunden. Deshalb sollte bei einem Anfall von Hund oder Katze nur dann eingegriffen werden, wenn Umfeld oder Situation eine Gefahr für das Tier ausmachen. Anfälle, die nicht von selbst aufhören und länger als 30 Minuten andauern, sind dagegen so gefährlich, dass sie lebensbedrohlich sein können. Bei solchen Anfällen und bei sog. „Cluster-Anfällen“, d.h. mehreren Anfällen innerhalb eines Tages, muss das Tier akut mit krampflösenden Arzneimitteln behandelt werden.
Die Behandlung mit antiepileptischen Arzneimitteln ist bei 70-80 Prozent aller Hunde erfolgreich. Es ist auch eine Kombinationsbehandlung mit verschiedenen Präparaten möglich. Dabei kann eine begleitende Kontrolle der Blutwerte erfolgen, um die Wirkstoffmenge im Blut zu überwachen und  individuell anzupassen.
In manchen Fällen kann ein Zusammenhang mit der Läufigkeitsperiode bei Hündinnen oder dem  Stress während der Läufigkeitsperiode für die Rüden beobachtet werden. Dann ist Kastration eine mögliche Behandlungsalternative. 
Da Epilepsie häufiger bei bestimmten Rassen auftritt, kann bei der Krankheit von erblichen Faktoren ausgegangen werden. Heute wird bei betroffenen Hunden und deren nahen Verwandten generell vom Züchten abgeraten.