Übergewicht ist ein großes Problem in der westlichen Welt

Von Ann Högberg und Lisbeth Karlsson


Übergewicht ist ein bedeutendes Problem in der westlichen Welt, und das nicht nur beim Menschen, sondern auch für Hunde und Katzen. Wir wissen heute, dass Übergewicht eine Gefahr für die Gesundheit darstellt und zu einer kürzeren Lebensdauer führen kann. Richtige Ernährung ist für Hunde und Katzen genauso wichtig wie für den Menschen. Übergewicht ist mittlerweile sogar zur größten Bedrohung für die Gesundheit von Hunden und Katzen geworden. Studien haben gezeigt, dass schlanke Hunde im Durchschnitt zwei Jahre länger leben, als Hunde die zu viel wiegen. Die übergewichtigen Hunde waren auch eher von verschiedenen Krankheitssymptomen betroffen.

Die Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass grob geschätzt zwischen 25 und 40 Prozent aller Hunde in den Industriestaaten übergewichtig sind. Die Forschung beschäftigt sich daher auch mit der Frage, wie man sich ein besseres Bild über die tatsächliche Anzahl übergewichtiger Hunde verschaffen kann.
Es kann schwierig sein, Übergewicht bei seinem Vierbeiner zu erkennen. Der Hund sollte in jedem Fall so schlank gehalten werden, dass die Rippen zu fühlen sind, wenn man mit der Hand an der Seite entlang über den Brustkorb streicht. Hinter den Rippen müssen die Seiten deutlich markiert sein. Wenn mit den Fingern gedrückt werden muss, um die Rippen fühlen zu können, ist der Hund übergewichtig. Diese Methode kann genauso bei Katzen angewendet werden. Bei Unsicherheit ob ein Übergewicht bei Hund oder Katze vorliegt, empfiehlt es sich immer, einen Tierarzt zurate zu ziehen.

 

Was ist Normalgewicht?

Wenn bei Hund oder Katze Übergewicht festgestellt wurde, gilt es auch zu ermitteln, wie hoch das Übergewicht ist. Für reinrassige Hunde und Katzen gibt es oft Empfehlungen beim Rassestandard, die angeben, in welchem Bereich das Gewicht liegen sollte. Gibt es keine solchen Empfehlungen, sollte ein erfahrener Züchter oder Tierarzt befragt werden, wie viel das Tier wiegen sollte. Die Meinungen gehen allerdings auseinander, welches Gewicht normal ist. Deshalb ist es sinnvoll, mehrere Personen unabhängig voneinander zu befragen, um sich ein so korrektes Bild wie möglich zu verschaffen. Die beste Kontrollmöglichkeit ist das regelmäßige Wiegen. Viele Tierärzte haben praktische Bodenwagen, die das Wiegen von Hunden erleichtern. Daher kann bei jedem Tierarztbesuch, wie z.B. beim Impfen, die Gelegenheit genutzt werden, den Hund zu wiegen.

 

Kalorienaufnahme reduzieren

Die Ursachen für Übergewicht bei Hund und Katze sind ganz einfach: Zu viel Nahrung und zu wenig körperliche Aktivität. Das heißt, der Unterschied zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch muss ausgeglichen werden. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass Katzen nicht zu schnell abnehmen dürfen. Ein Abnehmen mit ungefähr zwei Prozent des Körpergewichts pro Woche ist für Hunde und Katzen akzeptabel. Bei schnellerer Gewichtsreduktion besteht bei der Katze das Risiko der Leberverfettung, was sich in Anorexia (Magersucht) oder Gelbsucht äußern kann. Auf derartige Symptome sollte bei Katzen immer geachtet werden, ganz gleich wie groß die Gewichtsabnahme ist. Entsprechende Komplikationen beim Abnehmen sind für Hunde nicht bekannt. Allerdings können Hunde bei zu schnellem Abnehmen Muskelmasse verlieren.
Wenn das Futter nicht gewechselt wird, weil das Tier beispielsweise keine andere Sorte frisst, muss die tägliche Gesamtfuttermenge reduziert werden.
Zu den ersten Maßnahmen beim Abnehmen gehört, die über das normale Futter hinaus gegebenen Extras zu reduzieren oder ganz wegzulassen. Belohnungen beim Training können sowohl bezüglich Menge als auch Kaloriengehalt kleiner ausfallen. Auf kalorienreiche Zugaben wie Essenreste, Kekse und Kuchen sollte gänzlich verzichtet werden. Oftmals können schon diese Maßnahmen ausreichen, um das Gewicht zu verringern.

 

Light-Futter wählen

Als weitere Maßnahme sollte ein Futter mit einer für den Zweck optimalen Nährstoffzusammensetzung gewählt werden. Wenn der Hund oder die Katze abnehmen soll, kann ein Wechsel auf ein Futter mit weniger Fett und höherem Ballaststoffanteil erforderlich sein.
Der Ballaststoffanteil eines Trockenfutters lässt sich mithilfe der Inhaltsangaben für Rohfasern grob schätzen.
Eine Multiplikation des Rohfasergehaltes mit drei bis vier ergibt die ungefähre Ballaststoffmenge im Futter. Die Unterschiede zwischen einzelnen Futtersorten können groß sein. Futter mit hohem Ballaststoffanteil füllen den Magen mehr und verleihen damit auch ein besseres Sättigungsgefühl.
Die auf dem Markt erhältlichen Lightfutter sind zum Abnehmen durchaus geeignet. Produkte von bekannten Herstellern sind speziell angepasst, so dass sie den Nährstoffbedarf von Hund und Katze berücksichtigen, obwohl die Kalorienzufuhr geringer ist. Normalerweise hat das Futter ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Nährstoff- und Energiegehalt.
Bei Light-Produkten ist der Anteil lebenswichtiger Nährstoffe im Verhältnis zur Energiemenge höher als bei anderen Futtersorten. Das ist notwendig, damit das Tier trotz der geringeren Kalorienmenge ausreichend wichtige Nährstoffe zu sich nimmt.

 

Mehr Energie verbrauchen

Eine Katze dazu zu bringen, sich mehr zu bewegen, ist nicht gerade einfach. Die Katze kann lernen, angeleint zu gehen (für Spaziergänge im Freien), sie sollte Klettermöglichkeiten haben, es können bewegliche Spielzeuge aufgehängt werden, die zum Spielen anregen oder man spielt selbst mit der Katze. Einem Hund kann sehr viel einfacher mehr Bewegung verschafft werden. Vielen Hunden würde es heutzutage bedeutend besser gehen, wenn sie sich mehr als nur zum “Gassi gehen” bewegen würden.
Fahrradfahren mit dem Hund ist eine ausgezeichnete Trainingsform für den Hund. Sie erfordert jedoch, dass der Hund lernt, neben dem Fahrrad zu laufen und das Tempo und Distanz an die Größe und Kondition des Hundes angepasst werden. Fahrradtraining ist für Hunde aller Rassen gleichermaßen geeignet.
Noch einfacher ist es, selbst die Joggingschuhe anzuziehen und mit dem Hund einen Waldlauf zu machen. Das Training ist dann etwas vielseitiger und das Laufen verbessert außerdem das Wohlbefinden von Herrchen oder Frauchen. Schwimmen ist eine schonende Art der Bewegung, die für alle Hunde geeignet ist, insbesondere auch bei der medizinischen Rehabilitation von Hunden nach körperlichen Schäden. Hundeschwimmen kann vielerorts das ganze Jahr über betrieben werden.

 

Ältere Hunden und Katzen

Die Senioren können in zwei Gruppen unterteilt werden: Zum einen die ”fröhlichen Rentner”, bei denen sich das Alter mit Gelenkschmerzen und weniger Aktivität bemerkbar macht – ihnen bekommt ein Senior- oder Lightfutter mit weniger Kalorien und höherem Ballaststoffanteil am besten.
Zur anderen Seniorengruppe gehören die richtig alten Hunde und Katzen. Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit nach, die vom Körper benötigten Nährstoffe aus dem Futter aufzunehmen. Sehr alte Tiere verlieren daher Muskelmasse und Körperfett. Sie benötigen deshalb ein Futter, das reich an Nährstoffen und Energie ist. Die in Lebensmittelgeschäften erhältlichen Sorten haben keinen so hohen Gehalt. In unserem Sortiment gibt es Futter, das an die Bedürfnisse sehr alter Tiere angepasst ist. Auch Hochenergiefutter, das für hart arbeitende Hunde gedacht ist, ist geeignet.